Aus einer Brandschutzsanierung wird ein neuer Lernort: Unsere Lernlandschaften wurden eröffnet
Mehr Raum für selbstständiges Lernen, Zusammenarbeit und neue pädagogische Wege: Am 2. Oktober 2026 feierte die Klaus-Groth-Schule Tornesch die Eröffnung ihres aufwendig umgebauten Oberstufentrakts. Nach über drei Jahren Bauzeit stehen den Schülerinnen der Jahrgänge 10 bis 13 nun moderne Lernlandschaften zur Verfügung, die neue Möglichkeiten für das Lernen und Arbeiten eröffnen.

Was ursprünglich als Brandschutzsanierung begann, ist zu einem wichtigen Schritt in der Schulentwicklung geworden. Auf zwei Stockwerken sind offene Lernbereiche entstanden, die unterschiedliche Formen des Lernens ermöglichen: Räume für konzentrierte Stillarbeit und den individuellen Rückzug, Bereiche für gemeinsame Inputs und Präsentationen sowie Flächen für kooperatives Lernen. Auch eine Küche gehört zur neuen Lernumgebung.

Die Lernlandschaften bieten den Schülerinnen mehr Freiräume, ihr Lernen selbstständiger zu gestalten, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Gleichzeitig schaffen sie Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Arbeiten. Damit verändern sich nicht nur die Räume, sondern auch die Möglichkeiten, Unterricht und Lernen zu gestalten.

Eine Feier im Zeichen der Schulentwicklung
Zur offiziellen Eröffnung am 2. Oktober begrüßte Schulleiter Andreas Waldowsky die Gäste und blickte in seiner Festrede ( kann hier nachgelesen werden) auf die Entwicklung der Klaus-Groth-Schule und die Entstehung der Lernlandschaften zurück. Vor genau zehn Jahren hatte er die Leitung der Schule übernommen. Seitdem habe sich nicht nur die Schule selbst, sondern auch die gesellschaftliche und pädagogische Ausgangslage stark verändert. Digitalisierung, eine neue Arbeitswelt und veränderte Anforderungen an junge Menschen machten es notwendig, Schule und Lernen weiterzudenken.

Ein wichtiger Impuls sei dabei die Erkenntnis gewesen, dass neben Fachwissen insbesondere Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität an Bedeutung gewinnen. Schulräume könnten diese Fähigkeiten fördern – oder ihre Entwicklung erschweren. Aus dieser Überlegung sei die Idee entstanden, die Möglichkeiten des bestehenden Schulgebäudes neu zu nutzen und Räume zu schaffen, die unterschiedliche Lernformen unterstützen.

Herr Waldowsky betonte zugleich, dass eine solche Veränderung nicht von einer einzelnen Person getragen werden könne. Sie sei das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen, vieler Ideen und der Zusammenarbeit von Kollegium, Schulleitung, Schulträger, Architekt und Handwerkern. Aus einer zunächst notwendigen Sanierung sei so ein Projekt mit einer weiterreichenden pädagogischen Perspektive geworden.
Mehr Möglichkeiten, mehr Verantwortung
Auch Bürgermeister Herr Radon schloss sich in seinem Grußwort diesem Gedanken an. Die neuen Lernlandschaften seien nicht einfach zusätzliche oder neu gestaltete Räume, sondern eröffneten neue Möglichkeiten des Lernens. Unterschiedliche Bereiche böten Platz für konzentriertes Arbeiten, Diskussionen, gemeinsame Impulse und das Lernen in Gruppen ebenso wie für individuelle Arbeitsphasen.

Damit verändere sich auch die Rolle der Lehrkräfte: Sie gäben Orientierung, begleiteten Lernprozesse und unterstützten die Schülerinnen dabei, zunehmend selbstständig zu arbeiten. Selbstständigkeit bedeute dabei keineswegs, junge Menschen einfach sich selbst zu überlassen. Verlässliche Strukturen, Beratung und Unterstützung blieben unverzichtbar.

Herr Radon würdigte den Aufwand und die Investition, die hinter dem Umbau stehen, und dankte allen Beteiligten. Zugleich verwies er darauf, dass Schulentwicklung mit der Eröffnung nicht abgeschlossen sei. Die Schülerinnen und Schüler würden die Räume im Alltag nutzen, Erfahrungen sammeln und dazu beitragen, die Lernlandschaften weiterzuentwickeln.
Ein Impuls über die Schule hinaus
Stefanie Heß vom zuständigen Ministerium ordnete das Projekt in die Entwicklung der Schullandschaft in Schleswig-Holstein ein. An vielen Orten im Land entstünden Schulen und Lernumgebungen, die jungen Menschen mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ermöglichten. Voraussetzung dafür seien neben pädagogischem Mut auch Schulträger, die bereit seien, entsprechende Investitionen zu ermöglichen.

Die Klaus-Groth-Schule habe die Gelegenheit genutzt, eine notwendige Brandschutzsanierung mit einer weitergehenden pädagogischen Idee zu verbinden. Die neuen Lernlandschaften stünden für den Anspruch, Schülerinnen und Schülern mehr zuzutrauen und ihnen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Fähigkeiten entfalten können. Zunächst lernen hier die Jahrgänge 10 bis 13 in der neuen Umgebung. Die Erfahrungen sollen zugleich Impulse für die weitere Entwicklung der gesamten Schule geben.
Offene Türen für Eltern und Schülerinnen und Schüler
Im Anschluss an den offiziellen Festakt bot ein Buffet Gelegenheit zum Austausch und zur Stärkung. Danach waren Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie weitere Interessierte eingeladen, die neuen Lernlandschaften den gesamten Nachmittag über zu besichtigen. Mitglieder der Schulleitung standen für Gespräche zur Verfügung und erläuterten das Konzept sowie die Vorstellungen vom Lernen in den neu gestalteten Räumen.
Das Angebot wurde gut angenommen. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich selbst ein Bild von den unterschiedlichen Lernbereichen machen und mit der Schulleitung darüber ins Gespräch kommen, wie sich das Lernen an der Klaus-Groth-Schule künftig gestalten soll.
Ein Anfang, kein Endpunkt
Mit der Eröffnung der Lernlandschaften beginnt für die Klaus-Groth-Schule eine neue Phase der Schulentwicklung. Die Räume sollen nicht nur schöneres oder angenehmeres Lernen ermöglichen, sondern neue Formen des Arbeitens, der Zusammenarbeit und der Übernahme von Verantwortung unterstützen. Dafür braucht es klare Regeln, verlässliche Strukturen und die Bereitschaft, Erfahrungen auszuwerten und Abläufe weiterzuentwickeln.
Ein Gedanke zog sich durch alle drei Redebeiträge: Schule ist niemals fertig. Sie muss sich mit den Menschen, die in ihr lernen und arbeiten, weiterentwickeln. Die neuen Lernlandschaften bieten dafür einen wichtigen Ausgangspunkt – und sollen ein Ort werden, an dem Schülerinnen und Schüler nicht nur lernen, sondern auch Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Weg finden können.
Die Klaus-Groth-Schule bedankt sich bei allen, die diesen Umbau möglich gemacht und die Entwicklung der Lernlandschaften unterstützt haben.
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